Spiritual Politic Pop Pictures. d13 special.

Um Simbabwer zu sein, muss man unter 30 sein. Kudzanai Chiurai ist 29. Aber er ist nicht mehr in seiner Heimat. Weil Simbabwe seit seiner Unabhängigkeit nicht wirklich frei ist. Wer satirische Kunst macht, wie Kudzanai, muss ins Exil.

Mit 29 schon im Exil – und auf der dOCUMENTA vertreten. Mit Bildern, die “von überschäumender bildnerischer Kreativität und wilder politischer Energie” nur so strotzen, wie das documenta-Buch sagt, und da zitieren wir es gerne. Neben den Fragen, wie sich Menschen portraitieren lassen, wie das (Selbst-)Bild afrikanischer Männer aussieht oder welche Bedeutung archaische Praktiken auch im modernen Afrika noch genießen, geht es Kudzanai auch darum, herkömmliche sexuelle Grenzen zu sprengen. Frauen in den Vordergrund zu rücken. Sie am Tisch in der Mitte platznehmen zu lassen – wie hier auf dem Bild zu sehen – während der Mann das Opfer bereitet.

Kudzanai Chiurai: “Spiritual and ritual practices are still an integral part of African communities and family life. They are the principle by which balance is achieved, ephasizing harmony, righteuosness, and the one not existing in isolation, but being a part of the wohle. This is exemplified as a guiding principle in creation myths across Africa. Man and nature should be seen as a whole, a life force that comes from God. Therefore when the state and nation are in conflict, and an imbalance occurs, it has a negative effect on the individual, the family, community, nature, and the life force of all beings.”

Kudzanai Chiurai lebt und arbeitet in Johannesburg, Südafrika, und stellt u.a. auf der dOCUEMNTA 13 aus.

Das Foto zeigt die Arbeit “Ohne Titel VII”. Text zitiert aus “dOCUMENTA 13 – Das Begleitbuch”. Seine Arbeiten (u.a. auch seine Portraits afrikanischer Männer) werden international wahrgenommen.

Foto: ANTROBIUS