A MOVEABLE FEAST

 

Alles beginnt mit einem Tag im Regen in Paris und an einem ebensolchen und genau dort sollte man dieses kurze Buch auch lesen: “A Moveable Feast” – von Ernest Hemingway.

Es ist ein Tagebuch: Momentaufnahmen eines Schriftstellerlebens im Paris der 1920er Jahre. Allerdings nicht in Paris verfasst, wie man denken möchte, sondern erst Ende der 50er Jahre. Memoirenartige Essays,  die zum Wertvollsten der späten Hemingway Jahre gehören – am 2. Juli 1961 nahm er sich dann nach längerer Schaffenskrise und Krankheit das Leben.

In diesen Aufzeichnungen trifft man alle, die sich zu seiner Zeit in Paris noch so über Wasser hielten: Ezra Pound, Evan Shipman, Gertrude Stein, und viele andere. Manchmal schreibt er bösartig, manchmal wohlwollend und immer steht Hemingway selbst dabei ziemlich sauber da und korrekt und das glaubt man ihm nicht immer.

Erstaunlich: die klare, einfache Beobachtung, die Reduktion auf das Wesentlichen in der Beschreibung seiner Tage. Morgens schreiben, dann ausgehen, zum Mittagessen oder zur Pferderennbahn oder zu Frau Stein; und selbst wenn er sich selbst den Mittagstisch nicht leisten konnte, ging er trotzdem aus – damit er seiner Frau nicht beichten musste, das er kein Geld für den Besuch in einem der Schriftstellercafés in der Tasche hatte.

Ein gutes Essen, ein guter Tag am Schreibtisch, eine gute Ehefrau und Spaß im Bett – das ist nach Hemingway ein gutes Leben.

Ein wunderbares Lesevergnügen für ein Paris-Wochenende im Herbst. Zwar sitzen im Lilas heute nur noch Touristen und seine Buchhändlerin an der Seine lebt mit Sicherheit auch nicht mehr, aber ein eau de vie auf den Meister sei sich doch gegönnt und für die Romantik sorgt ja der Text.

If you are lucky enough 
to have lived in Paris  as a young man,
then whereever you go fort he rest of your life,
it stays with you,
for Paris is a moveable feast.

(Hemingway 1950 an einen Freund)

 

a moveable feastA MOVEABLE FEAST
von Ernest Hemingway

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Foto: Cover, Cover Photograph (c) E.O.Hoppé/Corbis