Ampelicious.

 

Es gibt Technologien im Stadtraum an die wir uns über Jahrzehnte gewöhnt haben. Zum Beispiel die Fußgängerampel. Wir wissen genau, was wir von ihr zu erwarten haben. Sie zeigt uns rotes oder grünes Licht an. Wir wissen bescheid. Bei Grün laufen wir rüber, bei Rot warten wir. Aber das kann ganz schön langweilig werden. Das kann anders werden.

Von Peter Koziel

Man schaut sich eventuell einfach um und probiert trotzdem rüber zu kommen. Man hat ja keine Zeit. Wir haben es alle schon getan. Und wir hatten einfach Glück. Schließlich kamen auf diese Weise im Jahr 2010 1150 Fußgänger zu schaden, 28 davon tödlich. Vielleicht gibt es ja also in der Stadt der Zukunft eine bessere Lösung den Verkehrsfluss zu organisieren?

Ja, gibt es. Möglicherweise wäre eine Fußgänger-Ampel mit Restzeitanzeige, wie ein Count-Down, sinnvoll. Diese gibt es z.B. schon in Dänemark, China, Japan und den USA. In Deutschland sind sie schon länger kritisch im Gespräch, allerdings wurde noch nie so eine schöne Lösung vorgestellt wie von Coerte Voorhees: Seine organischem Ampelknöpfe und Lichtanzeigen im Armbanduhren-Style, verbinden eine neue Formensprache mit sinnvoller Funktionalität: Die Lichtanlage zeigt nicht einfach nur ein Wechsel von Rot auf Grün an, sondern verbindet die Sekunden- mit einer Balkenanzeige (sieheVideo), welche die Wartenden mit einer schlichten graphischen Animation unterhält.

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Ampelphasen als ständige Transformation. Und wenn man sich langweilt kann man sich möglicherweise über einen eingelaserten QR-Code per Smartphone mit lokalen Informationen versorgen. Entwickelt hat der Student aus Boston (Industrial Design – Wentworth Insitute of Technology) sein Projekt während eines Auslandsjahrs an der Kunsthochschule Weißensee. Der Berliner Osten ist ja eh für sein Fußgängerampeln bekannt. Dank Coerte Voorhees in Zukunft vielleicht noch mehr.

Innovationspotential für die Stadt der Zukunft: ***
(3 Sterne // Begründung: Noch muss sich herausstellen, ob die Sekundenanzeige wirklich Rotgänger abhält oder eher motiviert)

 

Peter Koziel ist Diplom-Ingenieur für Stadtplanung. Sein Blog stadt2punkt0 spiegelt seine persönliche Begeisterung für Innovationen und ihren möglichen Einfluss auf die Zukunft unserer urbanen Räume wider.

 

Bilder: Coerte Voorhees. Weitere Infos unter http://www.coertevoorhees.com