Auf Leinwand kondensierte Emotion: Bilder von Benjamin Bohnsack

 

Diese Bilder sind Therapie. Der Düsseldorfer Maler Benjamin Bohnsack zeigt in Berlin großformatige Farbräume, in die man einfach nur abtauchen möchte. Weil sie auf wunderbare Art den Geist klären und die Seele auftanken.

Wenn es stimmt, dass Kunst heute dann begeistert, wenn sie länger als eine Sekunde den Blick fesselt, dann sind die großflächigen Meditationen des Düsseldorfer Malers Benjamin Bohnsack einen warmherzigen Hinweis wert. Seine Malerei ist von so großer Ruhe und emotionaler Tiefe wie eine Instantreise aufs Land ohne Lärm und Ablenkung. Eine Art Intensivyoga für den urban zerbröselnden Stressgeist.

Das liegt vor allem daran, wie die Bilder entstehen: In mehreren Arbeitsgängen – über Wochen und Monate, manchmal Jahre hinweg. „Ich male an vielen Bildern gleichzeitig“, sagt Bohnsack. Je nach geistiger oder emotionaler Verfassung greift er morgens im Atelier eine passende Leinwand heraus und malt sie weiter. Oder er beginnt eine neue. Immer wieder fügt er Farben hinzu. Die Zwischenstände dokumentiert er fotografisch. Der schwierigste Moment sei „das Loslassen“, also, wann ein Bild als „fertig“ gilt. Sein Gesamtwerk wird so zu einem emotionalen Tagebuch. Seine Abstraktionen sind auf große Flächen konzentrierte Emotionsräume.

Meisterhaft komponiert Bohnsack seine Bilder als magische Meditation von Farben von großer Intensität und Milde. Man spürt die Zeit, die in ihnen steckt. Sie entziehen sich dem Stress unseres urbanen Lebens und bieten dem Betrachter Rückzugsräume. Umso mehr wünscht man Bohnsack größere Präsenz auf dem ansonsten zuweilen sichtbar schnellproduzierenden Kunst-Markt.

 

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Noch bis 1. März bei lorch+seidel contemporary, Tucholskystraße 38, Berlin
Alle Abbildungen: Benjamin Bohnsack, lorch+seidel contemporary Berlin