BLUTSBRÜDER

 

Wenige Bücher haben mich in letzter Zeit so gefesselt wie dieser – ja, was denn, Roman? Dokumentation? Tagebuch? Jedenfalls authentisch geschildert wie aus der Zeitung: Die Abenteuer der Blutbrüder, eine Clique, eine Bande Jugendlicher, die sich in der Weimarer Republik durch die Hauptstadt schlagen. Und das war hart.

Heute kaum vorstellbar, was sich damals abspielte zwischen Invalidenstraße und Alexanderplatz. Wo heute Touristen die müde Mitte betrachten wie einen in die Jahre gekommenden Orang Utan im Tierpark. Es war die pure Not, zwischen Wärmestuben, Kriminellenkneipen, Prostitution und Knast. Und mitten drin eine Gruppe Jugendliche, die keine Perspektive hatten – außer, über den Tag zu kommen. Nicht zu verhungern, nicht zu erfrieren.

Über den Autor Ernst Haffner weiß man nicht viel. Er arbeitete zwischen 1925 und 1933 als Journalist und Sozialarbeiter in Berlin. Mit der Machtergreifung der NSDAP verliert sich seine Spur. Sein Buch war lange „verschollen“ – zum Glück hat jetzt jemand diesen Roman wiederentdeckt. Immerhin wusste man noch, dass es zu den Büchern gehörte, welche die Nazis 1933 verbrannt hatten.

Jetzt neu aufgelegt und – nicht nur für Berliner – ein ebenso bewegendes wie spannendes Stück Heimatkunde, das man nicht verpassen sollte!

 

BlutsbrüderBLUTSBRÜDER
von Ernst Haffner

erschienen im Metrolit Verlag

 

Foto: Cover des Verlags METROLIT Verlag

 

 

Noch mehr gute Bücher gibt’s hier – in Eurem Fachmagazin.