Das Gold in der Tonne

Prof. Kerstin Kuchta vom Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft an der Technischen Universität Hamburg-Harburg lässt alte Mobiltelefone durchleuchten. Systematisch. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, genau welche Metalle in den Geräten verbaut sind – und wieviel davon. Deutschland ist abhängig von seltenen Erden, wie seltene Edelmetalle genannt werden. Statt sie wegzuwerfen, könnte es sich bald lohnen, sie recyceln und neu zu nutzen. Kerstin Kuchta ahnt: Eine Müll-Revolution ist im Schwange.

antrobius: “Müsste man uns Bürger nicht inzwischen für unseren Müll bezahlen?”

Kuchta: „Wenn Sie den Müll gut trennen bin ich sicher, dass in ein paar Jahren ein Sammelsystem aufgebaut wird und dass jemand zahlt für Ihren Müll. In diesem Handyschrott und Platinenschrott sind 300 Gramm Gold pro Tonne. Das ist hundertmal so viel wie in dem Erz, das abgebaut wird. Und das lohnt sich finanziell. Die Leute werden bei Ihnen klingeln und fragen: Haben Sie noch ein altes Handy für mich?“

antrobius: “Das klingt ja nach einer Müllrevolution.”

Kuchta: “Ja. Das ist auch tatsächlich im Schwange.” 

Prof. Kerstin Kuchta: "Die Müll-Revolution ist im Schwange."

Quelle: “Ulrich protestiert: Gib Müll eine Chance!” am 10. Juni 2012 auf ZDFinfo Foto: Alex Griesser