DER GRÖSSERE TEIL DER WELT

 

Kurzgeschichten, deren Protagonisten sich immer wieder begegnen. Der Roman “Der größere Teil der Welt” von Jennifer Egan hat die Welt begeistert. Bestseller! Zurecht?

Man hat’s schnell durch: In diesem Buch sind nur zwei Stories einigermaßen gut. 1) Eine PR-Beraterin, die einen Despoten und eine abgehalfterte Schauspielerin auf abenteuerliche Weise glücklich macht. 2) Ein junger Mann, der (auf dem Weg, sich selbst zu finden) fast ersäuft.

Hier spüren wir etwas von den Krisen, die uns dieser Tage erschüttern: In der Vermarktung des Bösen. Oder im Scheitern des Individuums: das nach dem Fall des eisernen Vorhangs die größte Frontlinie im eigenen Lebens(ver)lauf eröffnet sieht.

Der Rest ist leider belanglos – und das ist ärgerlich bei einem Buch mit derartig Vorschusslorbeeren. Wenn das wirklich den Pulitzer 2011 wert war, macht man sich Sorgen um die amerikanische Gegenwartsliteratur. Wo sind die Themen? Es gibt sie doch zur Genüge!

 

Egan CoverDER GRÖßERE TEIL DER WELT
von Jennifer Egan

erschienen
im FISCHER TASCHENBUCH Verlag