Der Rhythmus der anderen. Wie viel Balance lässt Dir Dein Handy?

 

“Ist ein Leben ohne Handy noch lebenswert!?” Das hängt davon ab, wie sehr wir nach dem Rhythmus von anderen leben möchten, meint Kerstin Köhler.

Von Kerstin Köhler


„Das Schöne am Frühling ist, dass er immer gerade dann 
kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht.“ (Jean Paul)

So, nach dem Frühlingsfest ist vor dem Weihnachtsfest. Also bitte daran denken, schon mal die Karten für Dezember bereitzulegen. Für die Geschenke bitte jetzt daran denken, die Liste zu erstellen. O-Ton einer Seminarteilnehmerin „Das ganze Jahr über habe ich Ideen für Geschenke. Nur wenn es drauf ankommt nicht.“ Tipp: Aufschreiben – Jetzt.

Aber das Thema ist ein ganz anderes. Angeregt durch die Frage eines Moderators im Radio: „Ist für Sie ein Leben ohne Handy noch lebenswert?“ Spontan wollte ich antworten: Ohne Moderator erst…

Dennoch: Die Anregung funktionierte. Hetzen wir nicht mitunter von einem Termin zum nächsten? Sorgt das mobile Telefon nicht sehr oft für ständige Erreichbarkeit? Und wieso leisten wir uns das?

Die Einen werden sagen: Weil wirs können. Die Anderen: Muss ja. Wiederum Andere antworten: Da kannste nix machen.

Klare und einfache Antworten gibt es selten. Hilfreiche Fragen sind meines Erachtens: Ist die Geschwindigkeit noch passend zu den eigene Wünschen, Zielen und Werten? Oder ist es schon Hetzkrankheit? Bleibt noch Zeit zum Träumen?

Und dann gibt es noch das Balance-Modell. Das kann hilfreich sein für das eigene  Nachdenken – wenn mal Zeit dafür ist. Vier Lebensbereiche stehen in gegenseitiger Abhängigkeit zueinander: 1) Arbeit/Leistung, 2) Kontakt, 3) Sinn, 4) Körper/Gesundheit.

Ziel ist es, diese vier Einflussfaktoren in der eigenen Lebens-Balance zu halten. Menschen, die ständig nur nach dem Rhythmus Anderer funktionieren, treiben Raubbau an sich selbst. Wir entscheiden selbst, was Lebens-Wert ist. Niemand zwingt uns nach dem Rhythmus anderer zu funktionieren. Es ist unsere Entscheidung.

„Was der Frühling nicht sät, kann der Sommer nicht reifen, der Herbst nicht ernten, der Winter nicht genießen.“(
Johann Gottfried von Herder)

 

MORGEN AUF ANTROBIUS: Wolf-Christian Ulrich über “Die Ohnmacht der ständig Erreichbaren”

Kommunikation ist ihre Spezialität. Kerstin Köhler coacht diejenigen im Land, die das Sagen haben. Und ist davon überzeugt, dass die Welt ein kleines bisschen besser wäre, wenn der Ton zur Abwechslung auch die richtige Musik machte. Jeden zweiten Mittwoch auf ANTROBIUS.

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Foto: ANTROBIUS, Kerstin Köhler