Die leichte Antwort auf Verantwortung? Hier ist sie!

 

So manches Ärgernis der vergangenen Wochen lässt sich auf einen mitunter liederlichen Umgang mit der “Verantwortung” zurückführen, meint Kommunikationstrainerin KERSTIN KÖHLER; und identifiziert drei Phänomene, die jeder kennt – und abstellen könnte. Hier der Selbst-Test zum Besser-Machen! 

Von Kerstin Köhler 

„Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ 
(Molière) Das gilt sowohl für unsere ständige Erreichbarkeit – als auch für Steuersünder. Sowohl für Berufliches – als auch für Privates. Mir fiel zum Beispiel neulich auf, dass ich vergaß zwei Bekannten zum Geburtstag zu gratulieren. Vermutlich nicht dramatisch – aber ärgerlich für mich.

Im Wort “Verantwortung” steckt ja auch die “Antwort”. Aber worauf? Da ist sie wieder, die Sinnfrage. Was ist für wen wieso wichtig? Und darauf jetzt eine Antwort und alles ist schick. Ich hab keine für alle passende. Naja, außer: Jede/r ist für sich selbst verantwortlich. Allerdings nicht ausschließlich. Denn wir leben ja im „Raumschiff Erde“.

Wenn aber jeder/jede schon mal für sich Antworten findet und auf sich achtet, wäre schon viel getan.

Und dass wir uns oft aus der Verantwortung stehlen, zeigen beispielhaft folgende kommunikative Phänomene, die ich beobachte:

– Zum Einen häufen sich „man“-Formulierungen. “Man” sollte mal. Wer genau ist denn “man”?! Die “Antwort” darauf identifiziert meist schon den VerANTWORTlichen. (Ein Selbsttest birgt durchaus Überraschungen).

– Zum anderen setzen viele keinen sprecherischen Punkt ans Ende ihrer Aussage. Damit bleibt immer ein Hintertürchen offen. Der/Die Betreffende kann immer sagen, so war es nicht gemeint. Somit bin ich weniger angreifbar und letztlich weniger in Verantwortung zu nehmen.

– Ach ja: Und dann noch der gute Konjunktiv. In Wahl-Jahren von der Politik vermehrt genutzt. Bloß nicht festlegen. Zeit gewinnen. So auch letztens vom Verteidigungsminister: „Wir haben nachgefragt, ob die USA es in Betracht ziehen würden, uns eventuell Drohnen zu verkaufen.“

„Jeder Mittelständler haftet mit seinem letzten Hosenknopf. Diese Kultur der persönlichen Verantwortung brauchen wir auch in DAX-Vorständen.“
(Guido Westerwelle) Und gern auch in der Politik.

 

Kommunikation ist ihre Spezialität. Kerstin Köhler coacht diejenigen im Land, die das Sagen haben. Und ist davon überzeugt, dass die Welt ein kleines bisschen besser wäre, wenn der Ton zur Abwechslung auch die richtige Musik machte. Jeden zweiten Mittwoch auf ANTROBIUS.

 

 

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Foto: ANTROBIUS