“Die Ursache für viele Probleme sind zu hohe Erwartungen.”

 

Coach Kerstin Köhler erklärt, wie man selbst-bewusst verhindert, dass der Chef per se ein Idiot ist – und warum die Aussage ihrer Freundin “Die Ursache für viele Probleme sind zu hohe Erwartungen” beruflich und privat durchaus stimmt.

Von Kerstin Köhler

„Ich lass mir doch von der Realität nicht vorschreiben, was ich wahrzunehmen habe.“ Exakt. Geht zum einen nicht, weil unsere Wahrnehmung subjektiv ist. Wir machen uns  ein Ab-Bild unserer Umgebung. Zum anderen: Wir färben dieses Bild. Dazu haben wir unsere individuellen Filter. Die sorgen dafür, dass nur bestimmte Infos in unser Bewusstsein geraten. So hören wir z.B. das, was wir wollen bzw. nehmen wahr, was wir Erwarten. (Ein wunderbarer Satz einer Freundin: Die Ursache für viele Probleme sind zu hohe Erwartungen. Gilt beruflich und privat.)

Zurück zur Wahrnehmung: Wenn vieles an ihr unbewusst passiert, wie können wir es beeinflussen? Ich sehe zwei Möglichkeiten: Erstens: Trainieren. Zweitens: Reflektieren.

Fürs Training empfehle ich heute einen Link: Wunderbarer Film – ein kleiner Test.

Für das Reflektieren gibt’s Folgendes:

Wann immer wir es mit anderen Menschen zu tun haben, machen wir uns also spontan ein Bild von ihnen: welche Eigenschaften sie besitzen, welche Werte ihnen wichtig sind. Oft ausgelöst vom ersten Eindruck. Genial, oder? Wir scannen unser Umfeld und können sofort sortieren: Freund oder Feind. Ein Schema als Geschenk von der Natur.

Wenn unser Gegenüber Glück hat, ist er Freund. Wir übertragen dabei positive Infos. Hat er Pech, werden negative Erfahrungen und Gefühle mobilisiert. Unreflektiert wären hier einige Gespräche oft schon am Ende.

Wir haben je nach Situation unsere „Lieblingsschubladen“. Diese versuchen, unsere Umgebung für uns zu strukturieren, damit wir handlungsfähig sind. Ist nett gemeint – aber nicht immer hilfreich. Negative Bewertungen führen zur eingeschränkten Handlungsoption. Das heißt beispielsweise: Ich denke über jemanden „Idiot“ – jetzt habe ich in meinem Verhalten alles, was zu „Idiot“ passt. Wenn das zufällig ein/e Vorgesetzte/r ist, wärs mitunter schade.

Ziel sollte es aber sein, selbst-bewusst zu entscheiden, wie ich mich verhalten will. Also muss ich entscheiden, was ich wahrnehme. Für unsere Wahrnehmung sind wir selbst zuständig. Die Realität macht Angebote. Insofern stimmt die Aussage in der Überschrift.

Und zum Überprüfen, schauen Sie doch hier noch mal rein.

„Wer andere kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist weise.“ Laotse

 

Foto: Kerstin Köhler