Digitalisiere dich! Jetzt!

 

Das T-Shirt war schon immer das allererste Statusupdate, welches wir Menschen abgegeben haben. tshirtOS ist deswegen kein Nerd Stuff, sondern nur der nächste Schritt der Digitalisierung des Ichs!

Von Alf-Tobias Zahn

Es ist zunächst nur ein Prototyp, den Cute Circuit und der Wishkey-Fabrikant Ballantine’s der Weltöffentlichkeit präsentiert haben. Doch das Bestreben ist klar: Je mehr Menschen ihr “Like” setzen, desto eher und schneller wird tshirtOS auch wirklich vertrieben.

Hinter dem stark an Apple orientierten Namen steckt  das erste “wearable, programmable, shareable” T-Shirt der Welt. Ausgestattet mit Sensoren und einem Screen, der sich, so Brancheninsider, frei programmieren lässt. Dazu gesellen sich noch integrierte Lautsprecher, Beschleunigungssensoren, eine Kamera sowie ein Mikrofon. Dem zur Folge geht ab sofort und mit tshirtOS alles Digitale auf den Bauch der Konsumenten: Ob Tweet, Instagram-Foto oder die Flickr-Galerie zu Omas Geburtstag: Den virtuellen Möglichkeiten auf 100 Prozent Baumwolle sind wenige bis gar keine Grenzen gesetzt.

 

Willkommen in der Zukunft

Nicht nur digitale Fans bekommen damit die Möglichkeit, ihr Online-Ich in ihre immer weiter ins Dunkel gedrängte Offline-Realität

Gleichwohl birgt das tshirtOS ungeahnte Möglichkeiten und könnte vor allem T-Shirt-Labels in Zukunft mehr als nur das Wasser abgraben. Denn: Warum sollte ich mir noch ein T-Shirt mit aussagekräftigem Print kaufen, wenn ich doch die Möglichkeit der Individualisierung immer präsent habe und diese nur wenige Klicks entfernt ist? Warum sollte ich bei der Flüchtigkeit des Kreativen und Kreierten noch auf das Urheberrecht Wert legen, wenn ich doch alles in Sekunden auf meinen Screen ziehen und über meinem Bauch (ob Sixpack oder nicht) erleuchten lassen kann? Nicht nur Fotografen und Künstler, deren Werke demnächst kostenfrei und unkontrollierbar gezeigt werden, müssten dabei Sturm laufen.

Online wird Offline wird Realität – und die Mensch-Maschine rückt näher

Und, so Nerd-ig wie das klingen mag, nähern wir uns immer mehr der Mensch-Maschine, die von Kraftwerk einst (und heute noch) besungen und von Ober-Lobo gerne in Gang gesetzt wird. Online rückt dadurch immer mehr in die Offline-Welt und macht nun auch keinen Halt mehr vor dem, was wir jeden Tag auf der Haut tragen. Wohin diese Entwicklung in unserer modisch geprägten Welt zwischen AA, UO und H&M führen wird?

Fotos: tshirtOS / Cute Curcuit

Alf überlegt schon die ganze Zeit, ob er tshirtOS auch selbst tragen würde, so als Digital Native und Statusupdate-Maschine. Weitere modische Gedanken macht er sich weiterhin bei Kalinka.Kalinka und seinem Designmob.