Frischer Wind ist alternativlos!

 

So, Wochenende vorbei, EM vorbei, Sommer noch da, Euro auch. Also alles soweit in Ordnung. Etwas drückend trotzdem. Bisschen frischer Wind würde helfen.

Ein Tag in Kassel heißt: documenta gucken und das erste, was einem begegnet, sind leere Säle. Große leere Säle. Ganz schön luxuriös mit dem Platz umgegangen, staunt man da und bleibt gerne stehen, weil einem erstaunlicherweise eine frische Brise um die Nase weht. Dabei sind die Fenster alle zu. Der frische Wind ist das Zauberkunstwerk von Ryan Gander, 36, aus Großbritannien. Da bleibt man gerne lange stehen und lässt es sich gerne lange frisch um die verschwitzten Schläfen wehen.

Und dann wünscht man sich diese frische Brise im ganzen Land. Weil das ganze Land nur noch “alternativlos” denkt. Europameister werden, oder die ganze Mannschaft feuern. Nur noch GEMA oder gar keine Nutzungsrechte mehr. Gar keine Hilfe für die Südländer oder bedingungslos alle mit Kohle füttern. Was war noch? Achso, Europa retten oder Europa aufgeben. Alles Alternativen, die keine sind.

Vor dem Wochenende sitzen alle hier und starren gebannt nach Brüssel, wo die Europäer die Kanzlerin an die Wand drängen. Wir schauen zu und fragen uns, hält sie stand? Denn es geht inzwischen nicht mehr nur um Pleitebanken, sondern um unsere Selbstbestimmung. Früher, in der Schule, haben wir von den vereinigten Staaten von Europa geträumt. Wie die USA, nur eben ohne dummes Fernsehen, fette Frauen und schlechte Schulen. Heute sind wir in Deutschland auf dem direkten Wege genau eine solche USA zu werden. Das sind Probleme, die wir selbst nur schwer in den Griff bekommen. Und dazu dann noch der Euro. Eine europäische Finanzpolitik, die eine Philosophie teilt, die unsere gewählte Regierung nicht vertritt.

Wenn die Mehrheit der Wähler, die längst nicht mehr hinter schwarz-gelb steht, trotzdem hinter der Europapolitik der Kanzlerin steht und nicht hinter der von Mario Monti: dann gibt’s Grund darüber nachzudenken, wie viel Europa das Land wirklich ertragen will. Da ist frischer Wind alternativlos. Und mit diesem unmöglichen letzten Satz entlassen wir Euch in eine hoffentlich unmögliche neue tolle sonnige, fröhliche, unbeschwerte, Sommerwoche.

Wenn Alternativlosigkeit richtig Spaß macht:

 

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Credits:

From the OK Go album “Of the Blue Colour of the Sky” available at http://www.okgo.net/store
Director: James Frost, OK Go and Syyn Labs.
Producer: Shirley Moyers.
The official video for the recorded version of “This Too Shall Pass” off the album “Of the Blue Colour of the Sky”. The video was filmed in a two story warehouse, in the Echo Park neighborhood of Los Angeles, CA. The “machine” was designed and built by the band, along with members of Syyn Labs ( http://syynlabs.com/ ) over the course of several months. – There is an in-depth behind-the-scenes look at the warehouse here:http://www.okgo.net/this-too-shall-pass-rube-goldberg-machine/ – OK Go thanks State Farm for making this video possible.

Foto: antrobius