„Ich will Stinkbomben werfen – Fies und gemein sein!“

 

“Wir sind uns einig darüber, dass wir uns in diesem Punkt uneins sind.” Diesen Satz hören wir gerne nach G8-Gipfeln, oder Euro-Nächten und vielleicht auch zu Obamas Besuch in Berlin. Dahinter steckt die Kunst, sich zu “zweinigen” – statt eines herzlichen f*u. Diese Technik kann auch in Deinem Alltag hilfreich sein.

Von Kerstin Köhler

Diesmal geht’s zu den interessanten Wünschen von Klienten: siehe Überschrift. Mitunter kann ich diese Wünsche ja nachvollziehen. Wenn zum Beispiel der Vorgesetzte im Mitarbeitergespräch fragt „Jetzt überlegen Sie doch mal, was Ihre Mutter bei der Geburt alles falsch gemacht hat?“. Oder wenn der Umgangston unter Kollegen durch Aussagen geprägt wird wie „Für einen Mensch zu dumm – für ein Schwein zu kleine Ohren.“

Wenn so miteinander umgegangen wird, kann ich die Ziele durchaus nachvollziehen: Antworten geben, die den eigenen Status wieder herstellen. Allerdings: Wir ernten, was wir säen.  Gerade in Gesprächen und im Umgang miteinander.

Also: Stinkbomben, fies und gemein sein muss ich nicht mühsam erarbeiten. Das geht (meist) von allein. Sinnvoller (aber auch schwieriger) ist es, Gegenstrategien parat zu haben. Deshalb erscheint es mir effektiver, ein umfangreiches kommunikatives Repertoire zu haben. Denn je mehr ich rhetorisch kann, desto eher kann ich auswählen – passend zum Kontext. Mögliches Handwerk für Gespräche ist aus meiner Sicht:

  • Detailfragen stellen: „Was genau meinst Du mit…?“
  • Metaebene zur Struktur und zum Klären von Emotion nutzen: „OK, Du bist unzufrieden. Und nun?“
  • Haltung: Meine Sicht – Deine Sicht: „Das ist Deine Meinung. Ich sag Dir jetzt mal, wie ich das sehe…“
  • Positiver Umkehrschluss: „Was können wir machen, damit das klappt?“

Psychologisch sinnvoll ist es, einen Konsens herzustellen. Auch wenn wir nicht einer Meinung sind. Dann bleibt, sich zu „zweinigen“ (nach V.F. Birkenbihl). Also die Einigkeit darüber herzustellen, dass in dem betreffenden Punkt kein gemeinsamer Nenner da ist.

Fazit: Mündigkeit beginnt im Gespräch und im Umgang miteinander.

Respektvoller Umgang ist mehr als guter Umgangston. Es ist ein Grundsatz.

Und das Menschen verschieden sind, erleben wir täglich. Und das ist gut so.

 

„Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.“ (Siddhartha Gautama)

 

 

Kommunikation ist ihre Spezialität. Kerstin Köhler coacht diejenigen im Land, die das Sagen haben. Und ist davon überzeugt, dass die Welt ein kleines bisschen besser wäre, wenn der Ton zur Abwechslung auch die richtige Musik machte. Jeden zweiten Mittwoch auf ANTROBIUS.

 

 

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 Foto: ANTROBIUS