Individualität in der Smart City Masdar

 

Können wir in Zukunft eine Großstadt nachhaltig gestalten und trotzdem Individualverkehr anbieten? In diesem Zusammenhang findet derzeit eine interessantes städteplanerisches Experiment inmitten der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate statt.

Von Peter Koziel

Masdar – der komplette Neubau einer Stadt für 40.000 – 50.000 Einwohner mit elektrischen Fahrzeugen unterhalb der Straßenebene. Hier steuert niemand selbst. Die futuristischen Kabinen für 6 Personen werden 85 Ziele (ältere Quellen berichten von 1500 Zielen) innerhalb der Stadt eigenständig anfahren. Ohne Zeitplan. Ein zentrales Computersystem regelt stattdessen den Verkehrsfluss und minimiert dadurch Staus. Solch ein Personal Rapid Transit System kann man z.B. seit 2011 am Flughafen London Heathrow (Strecke: Flughafen <> Langzeitparkplätze) im kommerziellen Einsatz bewundern (siehe Youtube).

Doch im Gegensatz zu den 21 Kabinen in Heathrow könnte das PRT-System in Masdar eine Revolution darstellen: 3000 Güter- und Passagierkabinen sollen, teilweise als belederte VIP-Versionen, sich kontrolliert unter der Stadt bewegen. Noch ist das System allerdings eher eine Utopie. Derzeit führt die niederländische Firma 2getthere ein Pilotprojekt mit 13 Fahrzeugen und 5 Stationen durch (siehe Youtube). Doch Masdar hat sicherlich das finanzielle Potential solch eine Utopie wahr werden zu lassen. Stadt2punkt0 wird das Projekt weiter beobachten.

Auch wenn sich diese unterirdische Lösung sicherlich nicht für ein Upgrade in existierenden Großstädten eignet, so könnte das Projekt im Erfolgsfall die Debatte um einen zentral gesteuerten “Individualverkehr” in urbanen Räumen einheizen.

Innovationspotential für die Stadt der Zukunft: **** (4 Sterne)

 

Peter Koziel ist Diplom-Ingenieur für Stadtplanung. Sein Blog stadt2punkt0 spiegelt seine persönliche Begeisterung für Innovationen und ihren möglichen Einfluss auf die Zukunft unserer urbanen Räume wider.