Killerphrasen – Wie Gespräche garantiert nicht funktionieren.

 

Profi-Coach Kerstin Köhler verrät, wie man mit StarTrek Methoden Killerphrasen kontert und dabei sein Reptilienhirn besiegt.

von Kerstin Köhler

“WIR haben zu danken”. Wie Gespräche garantiert nicht funktionieren. – Ja, ein Widerspruch am Anfang. Klingt positiv. Dann aber wieder nicht. Genauso geht es oft in Gesprächen zu: Klingt negativ. Ist aber nicht so gemeint. Was tun?

Zunächst einmal ist es sinnvoll, genau das zu akzeptieren. Gesagtes ist nicht Gemeintes; und schon gar nicht Verstandenes. Die These: Der Erfolg unserer Kommunikation zeigt sich in der Antwort, die wir erhalten.

Nur, was machen wir, wenn die Antwort eine „Killerphrase“ ist? So etwas, wie „Jetzt denken Sie doch mal mit.“ oder „Wer hat Dir denn ins Hirn geschissen?“ oder „Was ist das denn für ne blöde Idee.“ Oder der Klassiker „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Eines können solche Formulierungen nämlich wirklich gut: Das Gespräch töten.

Wenn wir also ein Gespräch beenden wollen – dann Killerphrase. Wenn uns der Gesprächspartner egal ist – dann Killerphrase. Wenn es nicht um eine gemeinsame Sache geht – dann Killerphrase. Das müssen wir nicht üben. Das klappt von allein. Unsere Gefühle und unsere Stresshormone sind da mit uns. Das Reptilienhirn in uns übernimmt und das Großhirn wird zur Deko. Bewusstes Handeln? – Eher nein.

Vergesst das Reptil in uns

In manchen Gespräche -ob privat oder beruflich- geht es aber genau darum: Selbst-Bewusst entscheiden, wie ich mich verhalten will. Es geht um das Gemeinsame an einer Sache, die Basis für eine Zusammenarbeit oder darum, einfach im Gespräch zu bleiben. Deshalb ist es notwendig hinter die Formulierungen zu schauen – manchmal mit der psychologischen Lupe: Weshalb verwenden wir Killerphrasen?

Meist tarnen wir damit Ängste, Unsicherheiten oder schützen unser Selbstwertgefühl. Nach dem Motto: Bevor ich mich schlecht fühle, beende ich hier lieber das Gespräch. Zugegeben, das passiert oft unbewusst. Wir entscheiden uns selten dafür. (Wie gesagt, unser Reptilienhirn übernimmt und sorgt fürs Überleben.)

Wenn Killerphrasen also ein Tarn-Vorgang sind, kann ich die Tarnung ent-decken. Es ist wie bei StarTrek – kennst Du den Code, fliegt die Tarnung auf.  Der Code bei den Killerphrasen: Generalisierung. Diese lässt sich gut auflösen durch Nachfragen. Der Klassiker kann durch die Frage „Was genau machen wir bisher?“ präzisiert werden. Der Gesprächspartner ist nun aufgefordert mehr Gründe/Infos zu geben. Jetzt geht es im Gespräch wieder um Inhalte.

Manchmal klingt eben etwas negativ – kann aber gerettet werden, wenn die andere Seite versucht, das Gespräch in Gang zu halten. Es ist eine Frage der Einstellung zum Anderen, zum Thema oder Kontext.

Vera F. Birkenbihl sprach davon, dass wir „in einer Insel leben“. Wir leben alle in (nicht auf) unseren Inseln – und damit in unseren Erfahrungen, Ängsten, Vor-Urteilen und Wertvorstellungen. Diese prägen unser Verhalten und damit auch unsere Kommunikation.

“WIR haben zu danken!” 

Sinnvoll ist daher eine Grundhaltung: Deine Insel – meine Insel. Diese Haltung erlaubt einen souveränen Umgang mit Killerphrasen bzw. eine vorsichtigere Formulierung, wenn uns etwas unklar erscheint. Statt „Alles Quatsch.“ eher „Ich sehe das anders.“

Wenn diese Haltung dann auch im Umgang mit Kunden oder Gästen funktioniert, hätten wir ein Schritt Richtung Professionalität getan. Auch hier ist die Haltung entscheidend, um Service glaubhaft zu leben.

Das Postivbeispiel dazu: Nach einen gelungenen Essen verließ ich ein Restaurant, bedankte mich und bekam als Antwort: „WIR haben zu danken.“ Ach ja – wie schön.

The meaning of your communication is the response you get.

„Weißt du, was ein totes Gespräch ist? Es ist, wenn man mit geschlossenen Augen, mit verriegeltem Gehirn und mit einer zugemauerten Seele redet und zuhört. Dieses viele tote Denken und tote Reden hat uns Menschen auseinandergebracht.“ Heinz Körner

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Die Autorin: Kerstin Köhler coacht diejenigen im Land, die das Sagen haben. Und ist davon überzeugt, dass die Welt ein kleines bisschen besser wäre, wenn der Ton zur Abwechslung auch die richtige Musik machte.

Foto: ANTROBIUS