Männer! Hier ist was für Euch. Wie man nämlich Komplimente macht, die nicht in die Hose gehen.

 

Mission impossible: „Schreib doch mal 5 unverdächtige Komplimente für verunsicherte Männer.“ Ach herje. Na gut. Achtung: Folgt einfach dem r.e.s.p.e.k.t.-System, und schon kann fast nix mehr schief gehen.

Von Kerstin Köhler

Die Basics: Komplimente sind eine Sympathie-Erklärung und ein Zeichen dafür, dass man sich wohlfühlt. Zum Beispiel, weil wir uns mit einem Gegenüber in einem Denk- und Gefühlsraum befinden.

Komplimente brauchen demnach auch die Bereitschaft für eine Sympathieerklärung. Die Bereitschaft ist abhängig vom Kontext, den Beteiligten und den individuellen Erfahrungen. Damit haben wir latent die Gefahr, übergreiflerisch zu werden.

Deshalb ist es nahezu unmöglich, unverdächtige Komplimente zu formulieren.

Denn die Entscheidung fällt beim Gegenüber, welches Kompliment gelungen ist – und welches eher als plump eingeschätzt wird. Letztlich kann jedes Kompliment im falschen Hals ankommen. Entscheidend sind meines Erachtens: Kontext, Beziehung und mögliche (negative) Wirkung.

Was Komplimente können – hier das passende Video: http://youtu.be/N9TE6-loer8

Je selbstverständlicher verwendet, desto eher können Komplimente akzeptiert werden. Für Verunsicherte: Fürs erste hilft es evtl. auf sich selbst(reflexiv) zu schauen: Wann finde ich ein Kompliment angenehm – je nach Kontext, Beziehungen, Wirkung.

Komplimente sind wirkungsvoll und mitunter hilfreich. Anerkennung  ist die angenehmste Grundlage der Zusammenarbeit. Grundsätzlich gilt: Alles, was Ihnen angenehm auffällt – geht.

Oberstes Prinzip dabei: Respekt = reversible Aussagen, empathisch, seriös, pointiert, eloquent, klar kommuniziert und kontextbezogen, total positiv und das richtige Timing.

Komplimente können äußere Merkmale, eine Leistung oder situative Aspekte sein. Ein paar Anregungen live aus dem Leben (nicht nur für Männer):

  • „Sie sehen so aus, als müsste man Sie umarmen.“ (Ärztin zum Patienten)
  • „Der Anzug steht Ihnen ausgezeichnet.“ (Kollegin zum Kollegen)
  • „Wenn ich gewusst hätte, das ich Sie heute hier treffen darf, hätte ich Ihr Buch zum signieren mitgebracht.“ (ich zum Professor)
  • „Sie haben grandios gesungen.“ (Zuschauer zur Sopranistin)
  • „Also, wie Sie es geschafft haben, die Gruppe mit den ersten Worten zu begeistern, hat mir imponiert.“ (Kollegen unter sich)

Ebenso wichtig ist allerdings die Fähigkeit, Komplimente annehmen zu können. Psychologen sagen: Menschen mit geringem Selbstwertgefühl und geringer Selbstakzeptanz sehnen sich nach Anerkennung und Komplimenten. Gleichzeitig tun Sie sich schwer damit, Komplimente anzunehmen. Es ist sinnvoll abzuwägen, ob die Bereitschaft für eine Sympathieerklärung bei der anderen Seite vorhanden ist.

Und noch eines gilt: Komplimente könne Ausdruck einer inneren Haltung sein (andere wertschätzend zu behandeln oder loben) oder einen Zweck (Schmeicheln oder wohlgesonnen machen) verfolgen. Hier ein weiteres Problem: Ahnt man die Absicht – schon ist man verstimmt.

 

Heinrich Heine: Lumpentum

 

Die reichen Leute, die gewinnt

man nur durch platte Schmeichelein –

das Geld ist platt, mein liebes Kind,

und will auch platt geschmeichelt sein.

 

Das Weihrauchfaß, das schwinge keck, 


vor jedem göttlich goldenen Kalb; 


bet an im Staub, bet an im Dreck, 


vor allem aber lob nicht halb.

 

Das Brot ist teuer dieses Jahr, 


jedoch die schönsten Wörter hat 


man noch umsonst – besinge gar 


Mäcenas‘ Hund, und friß dich satt!

 

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Kerstin Köhler hat nicht gezögert. Wir haben sie um Rat gefragt und nach einem tiefen Seufzer kam dieser Text. Wie immer wunderbar, wie das Fachmagazin findet. Wir verbinden damit die Hoffnung, der #aufschrei-Diskussion eine konstruktive und versöhnliche Komponente zu geben. Eine respektvolle Aufmerksamkeit gehört schließlich zu den schönsten Nebensächlichkeiten unseres Alltags.

 

Foto:  Ausschnitt aus einer Arbeit der Künstlerin Elke Daemmrich, die in Süd-Europa nicht nur Inspiration für großartigen Farben sammelt – sondern auch für ihre sujets. In diesem Fall ein Torero. Der Kämpfer buhlt der mit einem erlegten Stier um Aufmerksamkeit. Diejenigen, die ohne Stier imponieren wollen, können mit Tipps von Kerstin Köhler glänzen.