„Neulich beim…“ – Alles ist Üben.

 

“Und Sie sind…?” – Vielen Dank für die freundliche Begrüßung. Natürlich ist das Leben eine Baustelle. Aber deshalb müssen wir uns nicht so stumpf benehmen wie Verkehrsschilder, sagt KERSTIN KÖHLER und plädiert für kontinuierliche Arbeit am freundlichen Umgang. Völlig zurecht.

Von Kerstin Köhler

Es gibt viel zu tun, aber manchmal überrascht es mich schon, dass es oft die gleichen  Baustellen sind. Oder kommen die immer wieder?

Neulich: Ich ging zum Friseur. Statt eines Grußes (mir hätte ein simples „Guten Tag“ gereicht) wurde ich empfangen mit den Worten „Haben Sie denn einen Termin, Frau Köhler?” Oder neulich bei Arzt. Eine Patientin wurde gefragt: „Wissen Sie wozu sie die Tabletten einnehmen – wofür, wogegen? Janz wichtig: Zucker, Schilddrüse und son Kram.“

Geht’s es nur mir so oder ist die Wertschätzung stark ausbaufähig? (Meinungen gern an Antrobius.)

Und neulich am Telefon durfte ich Folgendes hören: „Frau Köhler, ich mache Ihnen hier eine tolles Angebot und Sie reagieren genau entgegengesetzt.“ Und ein wenig später: „Frau  Köhler, Sie haben so schlechte Laune, ich breche das Gespräch jetzt ab.“ Dabei habe ich zuvor nur nachgefragt und meiner Irritation Ausdruck verliehen. Danach bin ich verärgert. Als ich einem Freund davon erzählte und überlegte den Telefonanbieter zu wechseln, war sein Kommentar: „Die Anderen haben so schlechte Verbindungen. Da ärgerst Du Dich auch nur.“

Das Wort „alternativlos“ schleicht sich in mein Gehirn. Aber ich möchte das nicht. Es stimmt einfach nicht. Nix ist frei von Alternativen. Der Ärger wird mehr. Und dann las ich noch „Bei Eckhart Tolle klingt das alles so leicht.“ Genau.

Ich versuchte mich an Tolle zu erinnern… „Es ist nicht das, was Du denkst… Aufgepasst…. Hier und Jetzt. Wach auf. Raus aus dem Denken… Sei gegenwärtig. Nicht ärgern.“ Obs geklappt hat, behalte ich jetzt mal für mich. Aber eines stimmt zumindest: Es gibt viele Situationen im Leben, die als Übungsfeld dienen. Schließlich übt die Feuerwehr ja auch bevor es brennt.

Also können wir üben, gelassen im Hier und Jetzt zu sein. Auch wenn uns gerade niemand herausfordert. (Das Wetter erlaubt momentan eh nicht viele Alternativen.) Insofern können wir an uns arbeiten. Letztlich sind wir dadurch achtsamer mit uns und mit anderen. Und wenn es das Wetter ist, das uns herausfordert. Es ist geschenkte Zeit für die wichtigen Dinge – für uns.

„Die Verschmutzung des Planeten ist nur die Spiegelung im Außen von einer psychischen Verschmutzung im Inneren, ein Spiegel für die Millionen von unbewussten Menschen, die keine Verantwortung für ihren inneren Raum übernehmen.“ (Eckhart Tolle, Jetzt! Die Kraft der Gegenwart)

 

Kommunikation ist ihre Spezialität. Kerstin Köhler coacht diejenigen im Land, die das Sagen haben. Und ist davon überzeugt, dass die Welt ein kleines bisschen besser wäre, wenn der Ton zur Abwechslung auch die richtige Musik machte. Jeden zweiten Mittwoch auf ANTROBIUS.

 

 

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 Foto: Kerstin Köhler