Not always follows form finance… Wenn sich Architekten Mühe geben, atmet eine Straße auf.

 

Musste das sein? – hört man gerne vor den oft einfallslosen Fassaden teurer Neubauten in der Hauptstadt. Billig musste es halt sein – ist die Antwort. Bauträgerarchitektur eben: gesichtslos und öde. Zum Glück geht es zuweilen schöner!

Von Peter Koziel

Berlins Neubauten sind nicht dafür bekannt anspruchsvoll zu sein. Einstürzend würden sie manch Architekturliebhaber besser gefallen. Fenster- und Fassadengestaltung sind grau, monoton und profitorientiert. Form follows finance. Das neu errichtete Objekte wie das Eckhaus der “Upper East Side” [Unter den Linden], das “Nordbahnhof-Carrée” oder selbst der Neubau des BND nichts bieten können außer eine formlos gähnende Aneinanderreihung von Fenstern, ist inzwischen akzeptierter Standard. Berlin, Hotspot des internationalen Kreativ-Jet-Sets? Die neuen Fassaden der Stadt spiegeln das meistens nicht wieder. Gelaber aus Stein.

Umso bemerkenswerter ist es, wenn die Fassade eines Wohn-Neubaus es schafft unauffällig zu überraschen. So wie in der Straßburger Straße im Prenzlauer Berg. Das Büro “Zoomarchitekten” hat es geschafft, mit wenigen hochwertigen Fassadenelementen und dem Weglassen von bodentiefen Fenstern, einen Flair von Zeitgeist aus der Hausnummer 39 strömen zu lassen. Schön proportioniert. Schlicht strukturiert. Schön schlicht.

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Fotos: Peter Koziel