OBAMA RE-STAGED: Eine entscheidende Szene der Präsidentschaft neu inszeniert.

 

Der Weltuntergang steht bevor – das ahnen viele schon seit längerem. Doch nun gibt es gute Nachrichten. Ein Künstler als Makedonien hat sich freiwillig dazu entschlossen, für die ganze Chose die Verantwortung zu übernehmen. Gebt ihm einen aus!

“Ich, Milan Mijkalkovic von Makedonien, übernehme die Verantwortung für die Naturkatastrophen der letzten 2000 Jahre.” Bei seiner eindrucksvollen Performance im November in Berlin-Kreuzberg war bei der Dokumentation seiner Mammut-Aufgabe unter anderem die Neu-Inszenierung eines Fotos zu sehen, das die Welt 2011 staunend zur Kenntnis nahm. Ein Blick in den Situation Room des Weißen Hauses während einer Militär-Operation, bei der der Terrorist Osama Bin Laden getötet wurde.

Ohne Zweifel eine interessante Inszenierung von Macht. Kein Präsident, der Entschlossenheit verströmt. Stattdessen eine Außenministerin, die Hand vor Schreck zum Mund geführt, ein zurückhaltender Präsident in der Ecke kauernd, eine verunsichert dreinblickende Schar von Beratern, Militärs und Mitarbeitern.

Diese Inszenierung hat Milan Mijkalkovic nun wiederum neu inszeniert. Die provisorische greenbox im Hintergrund hebt den Akt der Inszenierung eines bedeutenden Zeitdokuments besonders hervor. Wie verändert sich das Bild, bei dem Schauspieler die Personen um Obama nachspielen? Warum erkennen wir das Bild sofort? Was bleibt vom eigentlichen Sachverhalt? Und was sagt uns dieses Bild über Macht und diejenigen, die sie ausüben und verkörpern?

 

Der Künstler kommentiert das Foto folgendermaßen:

“2. MAI 2011 / ABBOTTABAD, WASHINGTON DC

Nach Angaben der US-Regierung wurde Osama Bin Laden am frühen Morgen des 2. Mai 2011 pakistanischer Zeit von Spezialeinheiten der Navy Seals im zweiten Stock seines Anwesens in Abbottabad erschossen.

Bei der von Obama befohlenen, etwa 40-minütigen Militäraktion wurden nach US-Angaben vier weitere Personen getötet, darunter ein Sohn Bin Ladens. Mehrere Anwesende wurden verletzt und insgesamt 17 Personen gefesselt zurückgelassen. Entgegen ersten Angaben, wonach Bin Laden am Feuergefecht beteiligt war, soll er unbewaffnet gewesen sein.

Jedoch hätten sich ein Sturmgewehr und eine Pistole in seiner Reichweite befunden, und er habe keine Anzeichen gezeigt, sich zu ergeben. Allerdings waren die besagten Waffen laut Augenzeugenbericht trotz 15 minütiger Stürmung ungeladen im Schrank. Das Pentagon dazu: „Wir werden die Schilderung weder bestätigen noch dementierten“. Daraufhin sei er durch zwei Schüsse, je einen in Kopf und Brust, getötet worden. […]

Obama entschied am 5. Mai, keine Fotografien vom Getöteten zu veröffentlichen, um Hass und Gewalt nicht zu schüren. Am Flickr-Account des Weißen Hauses wurden hingegen Fotografi en aus dem Situation Room veröffentlicht, wo der Nationale Sicherheitsrat die Operation verfolgte. Flickr gab später die Zugriffsstatistik der geposteten Bilder bekannt: “skyrocketing … some have over 600,000 views already. And some of these images are also seeing as many as 13,000 views per minute.” (vgl: wikipedia)”

 

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Fotos: MILAN MIJALKOVIC & LISA SILBERMAYR, ERNST SYLVESTER