Peter Mattei und Das Glück einer hochemotionalen Jazz-Platte

ONCE IN MY LIFE mit Peter Mattei

Wenn Opern-Sänger Jazz singen, geht das gewöhnlich in die Hose. Mit dem edel hochkontrollierten Präzisions-Organ coole Lässigkeit zu simulieren, wirkt meist überkandidelt, nicht authentisch und affektiert. Zum Glück unternimmt der weltberühmte Bariton Peter Mattei gar nicht erst den Versuch, hier jazzig cool rüberkommen zu wollen…

Mattei nähert sich dem Repertoire der ganz großen Hits mit einer unbeirrt naiven, unschuldigen und grenzenlosen Emotion, so dass man verwundert und ungläubig zweimal hinhört. So emotional bringt das doch sonst nur Sammy Davis Jr. Auf die Bühne…. (der ja sonderbarerweise Teil des hetero-mäßig-die-Zigarette-zwischen-Daumen-und-Ringfinger-haltenden „Rat Pack“ sein soll – und da natürlich gar nicht reinpasst, weil er einfach Sonderklasse ist, ein klopfendes Herz und kein Ganove). Nun also ein Bariton, der natürlich weiß, dass er eine sensationelle Stimme hat, und der sich auch breitbeinig traut,„Send in the clowns“ aufzunehmen: eine Partie für alte Schachteln, die so herzig danebengeht, dass man es glatt und gerne verzeiht, weil einfach der Rest eine große, wunderbare, bombastische, großartig gesungene Packung Leidenschaft ist, die man immer und immer wieder gerne hört. Jetzt aber unbedingt noch ein Wort zum Orchester. Die Arrangements sind wirklich schön und überraschend, und die MusikerInnen des  Norrköping Symphony Orchestra unter Anders Berglund spielen auf, als ginge es um ihr Leben. Sensationell und nicht oft so überzeugend gehört. Was für ein Spaß, da zuzuhören. Eine ganz unerwartet wunderbare Platte.

Schon 2013 erschienen, aber neulich erst entdeckt…