“Recht handstrengend!” Kommunikation gibt’s nicht umsonst :)

 

Im letzten Teil des Wochenspezials zur ständigen Erreichbarkeit widmet sich das Fachmagazin einer in der gängigen Diskussion bisher übersehenen Betroffenen-Gruppe: den Muskeln unserer Hand. Ein Fall für ANTAL LAKNER.

Seine Gerätschaften widmen sich solchen Körperteilen, die unter unter dem sanften Smartphone-Fingerstreich (den Kleinkinder inzwischen früher beherrschen als Lego) zu verkümmern drohen. Wer noch die Wählscheibe oder das Tastentelefon kennt, weiß, wovon der Künstler spricht.

Um unsere Muskeln zu trainieren, die wir Cyborgs in der streich’n’touch Welt nur noch vorsichtig einzusetzen gewohnt sind, hat der ungarische Neuerfinder Passive Working Devices erschaffen, die man in der Budapester Dependance des Museum Ludwig eigenhändig ausprobieren kann. Zum Beispiel jenes Telefon, dessen Tasten durch Metallfedern von innen künstlich Gegendruck erzeugen. Ganz schön anstrengend, da eine Mobilnummer mit Landesvorwahl “einzutippen”.

Oder ein Smartphone mit Gummilaufrad – für den wischverwöhnten Daumen ein frappierendes “das-kann-ich-noch?”-Erlebnis (siehe Titelbild).

Und schließlich, um das Zusammenspiel von Daumen und Zeigefinger nicht zu verlernen, das einigen von uns unerklärlicherweise doch immer schwerer zu fallen scheint: der Spezialhandschuh mit Magneten und Gummizug zwischen den Fingerkuppen. Der uns daran erinnert, dass die lässige Tabletvergrößerung bitteschön immer noch ein Stück Arbeit ist.

Ein wunderbar ironischer Kommentar zu unserer Zeit. Kommunikation gibt’s eben nicht umsonst. Sie fordert uns. Was für ein Abschluss für diese Woche.

 

Fotos: ANTROBIUS